Beschreibung der Käfer, Insekten        Zucht & Pflege von Käfern, Insekten
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Die Gruppe der Riesenkäfer und der Rosenkäfer umfassen eine Vielzahl beeindruckend großer und faszinierend bunter Arten.

Weil die gleichmäßigen Temperaturen der Zimmerhaltung den Klimaansprüchen der exotischen Arten sehr entgegen kommen, konnten viele ihrer Vertreter beständig nachgezüchtet und damit dauerhaft in heimischen Terrarien etabliert werden.

Der Aufwand zur Betreuung einer Käferzucht kann anhand folgender Punkte abgeschätzt werden:

Käfer im Terrarium

Käferfutter
Rosen- und Riesenkäfer sind reine Vegetarier. In freier Natur verletzen Riesenkäfer verschiedene Pflanzen durch kräftiges Schaben mit der Vorderseite des Kopfes und trinken die austretenden Säfte. Man findet sie so z.B. an jungen Trieben von Kokos- und Ölpalmen, Eucalyptus und an harzenden Wunden von Koniferen.

Weiterhin werden sie von aromatisch duftenden, süßen Substanzen angelockt, sei es Zuckerrohr, der Nektar einer Blüte oder der Duft einer gärenden Frucht. Neben den Blütenständen von Kokospalmen werden daher auch Bananen, Mangos und viele weitere süße und überreife Früchte aufgesucht.


Larvenfutter
Die Larven der Rosen- und Riesenkäfer ernähren sich von toten pflanzlichen Stoffen. Da die Nahrung gleichzeitig auch den Lebensraum für die gesamte Entwicklung darstellt, muß sie im Terrarium und später in den Larvenbehälter in ausreichender Menge zur Verfügung stehen.

Auch die Qualität und Zusammensetzung des Futtersubstrats sind für den Nachzuchterfolg entscheidend. Als Bestandteil der Futtermischung haben sich drei unterschiedliche Ausgangsstoffe bewährt, die jederzeit leicht aus einem Wald oder dem eigenen Garten zu beschaffen sind.


Laubwaldhumus
Für die Qualität des Laubwaldstreus ist dessen Zersetzungsgrad entscheidend. Optimal ist die humose Schicht aus wenig bis teilweise verrottetem Fallaub.

Im Wald befindet diese maximal fünf Zentimeter dicke Schicht direkt unter den frischen, noch wenig verrotteten Blättern. Das richtige Substrat weist eine gute strukturierte, luftige Beschaffenheit auf.


Holz
Abgestorbene Äste verschiedener Laubbäume dienen als Holzbestandteil der Nahrung. Dabei ist vor allem der Zersetzungsgrad zu beachten. Er sollte bereits so weit fortgeschritten sein, daß man schon mit dem Fingernagel kleine Stücken herausbrechen kann.

Optimal ist durch Weißfäulepilze zersetztes Totholz, das an seinem geringen Gewicht und seiner hellen Farbe leicht zu erkennen ist.

Gänzlich unbrauchbar ist braunfaules Holz, das eine fädige, schwammähnliche Struktur aufweist. Dort haben Pilze den wichtigsten Bestandteil, die Zellulose, bereits abgebaut. Buchen- und Eichenholz hat sich besonders geeignet erwiesen, da es im Wald über längere Zeit im richtigen Abbaustadium erhalten bleibt.


Kompost
Auch Kompost aus schadstoffreien Garten- und Küchenabfällen ist als Nahrung für viele Käferlarven geeignet. Der optimale Zersetzungsgrad ist daran zuerkennen, daß der Kompost eine gewisse Struktur aufweist.


Terrarium
Die aktiven Käfer benötigen ein Terrarium mit ausreichend Bewegungsfreiraum und naturnahem Klima. In der Zucht sind bei einer Lufttemperatur von 22 bis 26°C und einer Substrattemperatur von 22 bis 28°C gute Ergebnisse zu erzielen.

Der Boden muß mit einer möglichst hohen Substratschicht befüllbar sein, da sie für die Eiablage und die Entwicklung der jungen Larven unbedingt notwendig ist.

Zur Verfügung stehten handelsübliche Vollglasterrarien, Kleintier-Plastikboxen sowie speziell zur Aufnahme größere Substratmengen angefertigten Käferterrarien.

Die Terrariengröße richtet sich somit hauptsächlich nach Größe der Bewohner. Die Maße 25 x 35 x 50 (L x B x H) sind für Arten bis 2 cm Kopfdurchmesser. Für größere Arten sind Behälter mit den Mindestmaßen 50 x 30 x 40 (L x B x H) zu empfehlen.

Der Terrarienboden sollte mindestens 15 cm hoch mit Substrat befüllt sein. Das Substrat sollte mit großflächigen Rindenstücken oder großen Moospolstern bedeckt sein. Auf solcher Unterlage können sich die Tiere wesentlich besser fortbewegen als auf lockerer Erde oder Blättern. Zudem werden durch die Rinde die oberen Bodenschichten vor allzu schneller Austrocknung bewahrt. Zur Ausstattung eines Käferterrariums gehören starke Kletteräste oder robuste Pflanzen.


Vergesellschaftung
Käfer können mit vielen anderen Tieren in einem gemeinsamen Terrarium gehalten werden. Man kann sie z.B. mit kleinen Gottesanbeterinnen oder Stab- und Gespenstschrecken vergesellschaften. Auch Geckos kommen als Mitbewohner in frage, soweit sichergestellt ist, daß deren Lebensweise durch die Käfer nicht gestört wird. Die gemeinsame Haltung verschiedener Käferarten ist nicht zu empfehlen.

Es ist z.B. viel zu wenig darüber bekannt, ob sich die Larven unterschiedlicher Arten gegenseitig in ihrer Entwicklung behindern. Sehr bedenklich ist auch die gemeinsame Haltung von Unterarten der gleichen Art oder von Arten der gleichen Gattung. Es kann zu Kreuzungen kommen, die sich im ersten Fall dadurch auszeichnen, daß sich Merkmale miteinander vermischen. Im zweiten Fall werden sich mit hoher Wahrscheinlichkeit unfruchtbare Bastarde entwickeln.


Larvenbehälter
Eier und junge Larven entwickeln sich zunächst im Substrat des Käferterrariums. Man könnte die Larven auch weiterhin dort belassen, doch hat sich gezeigt, daß die entstehende Unruhe die Entwicklung neuer Eier zunehmend verhindert. Während der Zeit der Eiablage sollten Riesenkäfer gelegentlich in neue Behälter gesetzt werden, damit sich die bis zu diesem Zeitpunkt abgelegten Eier ohne Störung entwickeln können.

Bei Rosenkäfern kann man das Käferterrarium regelmäßig mit neuem Substrat füllen, während man das larvenbesetzte Substrat in gesonderte Behälter überführt.

Der Larvenbesatz sollte nicht zu hoch sein, damit die einzelnen Tiere sich ungestört entwickeln können. In handelsüblichen Plastikstapelboxen mit einem Volumen von 25 Litern können bei regelmäßigem Substratwechsel bis zu 50 kleine Engerlinge gemeinsam gehalten werden.


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